Wenn wir die Grenzen des Banats genauer betrachten, dann stellen wir fest, daß die Südgrenze eine natürliche ist, wo die Berge bis in die Donau hineinreichen, praktisch mußte selbst die Straße am Donauufer streckenweise in die Kalksteinwände geschnitten werden.
Die Westgrenze ist, geografisch gesehen, willkürlich festgelegt. Kein einziges Merkmal kennzeichnet einen Unterschied zwischen dem rumänischen, dem ungarischen oder dem jugoslawischen Banat, die bis 1918 eine auch historische Einheit bildeten, die noch aus dem frühen Mittelalter stammte.
Im Norden schließt das Banat das rechte Marosch/Mures-Ufer ein, ein ewiger Vorwand des freundschaftlichen, doch dafür genauso unproduktiven Streits zwischen Banatern und Siebenbürgern, wobei die Argumente, wie in jedem typischen Übergangsgebiet, teils für die einen, teils für die anderen sprechen.
Anders ist es im Osten, wo die Karpatengipfel tatsächlich zwei ethnografische und Mentalitätswelten trennen, das Banat und Oltenien.
Ein Amphitheater: 1) Das Parterre - die Ebene
Aus dem Westen gesehen, wo eine mögliche Banatreise beginnt, treffen wir auf geografisch sehr unterschiedliche Regionen, auf Vielfalt in der Einheit, wie die Region sich in ihrem Wahlspruch definiert. Von der faltenlosen ungarischen Tiefebene, wo selbst die Flüsse von Oben schauend ihre Flußbetten kaum erkennen würden, hätte man sie nicht im ganzen Banat mit Beginn des 18. Jahrhunderts künstlich gegraben und so das ebene Banat trockengelegt,. bis zu den Bergen ist die Landschaft sehr verschieden.
Die Ebene, sommers trocken und versteppt, eine Kornkammer dank ihrer tiefen und fruchtbaren Böden, verfügt nur noch über eine ärmliche Eigenvegetation. Die Wälder sind fast zur Gänze verschwunden, wurden zurückgerodet bis auf die wenigen unfruchtbaren Sandinseln und die eingedämmte Au der Marosch/Mures. Bis ins unendliche ziehen sich Halmgetreide- und Maiskulturen hin - dort wo die Böden noch das sozialistische Gepräge haben. Wo die Bauern ihren Boden zurückbekamen, sind die Fluren zerstückelt und buntgemixt, streckenweise aber auch unbebaut.
Die baumbestandenen Straßenalleen unterbrechen die Eintönigkeit der Banater Ebene, der Autofahrer kann den wohltuenden Schatten der Galeriestraßen genießen. Charakteristisch fürs Banat sind die Maulbeerbäume am Straßenrand.
Unterbrochen wird die Ebene auch durch Windschutzwälder, die in vorsozialistischer Zeit auch am Rande der Hutweiden als Holzvorrat und Schatten für die Dorfherden angelegt worden waren. Die Ortschaften lassen noch klar die Ansiedlungzeit erkennen.
Neben den älteren, unplanmäßig angelegten, gibt es die Dörfer der aufgeklärten josefinischen
Ansiedlungsperiode, rechteckig, nach genauen Anlagevorschriften (Straßenbreite der Haupt -und Nebengassen, Brunnen an den Wegkreuzungen, Gräben in genau festgelegter Entfernung von den Häusern, die jedes Frühjahr gepflegt werden mußten - Gewohnheiten, die sich bis in die sechziger, ja siebziger Jahre hielten - ).
2) Sicht aus der Loge - Senken wie Länder
Kommt man aus dem Süden ins Banat, bietet sich ein gänzlich verschiedener Anblick. Durch das Tal der Donau fahrend wird man von Orsova bis Bazias von grünen und wilden Bergen begleitet. Diese ziehen sich nordwärts bis weit hinter Karansebesch/Caransebes hin, um über der Mures sich fortzusetzen. Rauher Fels durchbohrt die Wälder und Almweiden in den Gipfelregionen. Ein überschäumender Reichtum an klaren und eiskalten hurtigen Gebirgsbächen. Enge mit einsamen und schattigen Tälern. Eine der am wenigsten dicht besiedelten Gegenden Rumäniens.
Ein Blick von den Gipfeln zeigt einen je nach Jahreszeit für die Ewigkeit erstarrten Wellengang in Grün, Weiß oder in lustiger Buntheit, unterbrochen von einigen tiefen Senken - “Länder” nennt sie der Einheimische und deutet damit treffend ihre Abgeschiedenheit und Eigen-Art an. Etwa das “Almascher Land” / Tara Almajului oder das “Zarander Land”/Tara Zarandului, hier in diesen Senken-”Ländern”, sind Bevölkerung und Kulturen konzentriert.
Es ist schon eigenartig, wie sich im Banat, bei aller Toleranz und allem einträchtigen Zusammenleben verschiedenster Ethnien das Eigene, das Spezifische mit Macht bewahrt hat. Nicht umsonst nennen manche das Banat “Klein-Europa” und meinen damit etwas, was Politiker erst seit kurzem als ihre eigene Entdeckung preisen, die Wahrung der Eigenständigkeit und Vielfalt in der Einheit, die Regionalisierung als (politisches und wirtschaftliches) Prinzip, das in der Natur längst realisiert ist.
Die “Länder” des Banats sind ethnografisch zwar klar unterschiedlich, und haben doch eine Einheit , die sofort ins Auge sticht. Ein Besuch in den ethnografischen Museem kann darüber interessanten Aufschluß geben.
Hin und wieder sieht man auch an den Berghängen kleine Streusiedlungen. Mehrere Dutzend unter ihnen, vor allem in der Berggegend im Südosten und Süden der Almaj-Senke, haben nicht einmal elektrischen Strom - obwohl die Elektrifizierung Rumäniens schon in den Endsechziger Jahren offiziell “abgeschlossen” wurde. Die Weiler ducken sich in Bodensenken und werden vom umliegenden Urwald fast geschluckt. In dieser Gegend kann man in Naturreservaten übrigens die letzten Reste europäischen Urwalds finden.
Die Hauptsiedlungen des Banater Berglands liegen in den Tälern der Temesch/Timis, Cerna, Bistra, Barzava, Nera, Caras, im Bega-Tal und in den Auen der Marosch/Mures. Hier hat die Rinderzucht Tradition und konkurriert noch mit der landesweit üblichen Schafzucht, hier im Südbanat liegt die älteste Bergbauregion Rumäniens und das jahrhundertealte Zentrum der Montanindustrie.
Geomorphologische Charakterisierung - Die Gebirge
Das Banat wird geomorphologisch durch die Vielfalt des Reliefs charakterisiert. Von Osten gegen Westen gibt es ebenenwärts führende Stufen, wodurch ein riesiges Amphitheater entsteht, das durch die tektonischen und erosiven Erscheinungen zersplittert wurde.
Die höchste Stufe ist das Ostbanat, das Tarcu-, Muntele Mic-, Cernei- und Mehedinti-Gebirge.
Sie haben Gipfel über 2000 m und die höchsten Erhebungen sind der Tarcu (2190 m) und Pietrii (2192 m). Auffällt hier das karstige Relief, das von den Eiszeiten Geformte, die in Stockwerken gestuften Erosionsformen. Geologisch gesehen handelt es sich um mesozoische kristalline Gesteine.
Trotz der harten Gesteinsformen im Tarcu-Gebirge ist dieses durch tiefe Täler zerschnitten und selbst die Gipfelregion läßt dies nachvollziehen: Tarcu-Caleanu, Bloju-Varfu Pietrii und Muntele Mic (1802 m) sind durch Täler getrennt, gehören aber zum selben Gebirgsstock.
Im Tarcu - Gebirge haben die Gletscher tiefe Kessel ausgeformt, mit einem komplexem Mikrorelief. Die Erosion durch Wind und Wetter schafft heute noch kontinuierlich neue Formen.
Äußerst vielfältig sind die Gesteinsformen im Cerna-Gebirge. Je nach Lage der Talformen und der Ausrichtung der Höhenzüge gibt es hier drei Bergruppen: der Höhenzug Cornereva, dem Varful Poiana Mare (1364 m), und dem Arjana (1512 m) und Vlascu (1733 m) .
Die Täler sind hier eng und tief, ab und zu erweitern sie sich zu Senken mit relativ plattem Grund und sanften Hängen. Dazu gehören die Poiana Marului Senke (bei Otelu Rosu), die Plopu-Senke am Paraul Lung und am Paraul Alb (bei Armenis, Fenes), die Rusca-Senke am Paraul Rece (bei Rusca) und und die Cornereva-Senke am Belareka. All diese Senken sind in Lehmschiefer aus dem Jura geschnitten und beherbergen zahlreiche urige Dörfer und Weiler sowie die fürs Banater Bergland so charakteristischen Sallase (aus dem ung. Szalas=Siedlung, eigentlich nichts anderes als über die Bergwiesen und Senken verstreute Sommerwohnsitze der Viehzüchter und Gebirgsbauern, vom Zweck her vergleichbar mit den Almhütten).
Die Hoch- und Gebirgsweiden sind sehr ausgedehnt und reichen praktisch bis an die Horizonte. Sommers weiden hier die Schafherden aus Oltenien, aus dem Banat und aus Siebenbürgen und die meisten Namen der Berge und Wiesen haben etwas mit der Viehzucht, dem Herdentrieb oder der jahreszeitlichen Alternanz der Weidewirtschaft zu tun.
Das Cerna-Tal mit seiner pittoresken Landschaft im tiefsten Karstgebiet und mit einer Flora, die seinesgleichen sucht, ist das bekannteste touristische Gebiet der Karpaten. Herkulesbad - Baile Herculane mit seinen heilkräftigen Wässern, die bereits die Römer anzogen - chlor-sodahaltiges Wasser, kohlensäurehaltige Wasser, schwach schwefelhaltige Thermalwasser (38-62 Grad Celsius) oder leicht radioaktive Wasser bieten eine breitgefächerte Palette von Behandlungs- und Heilöglichkeiten.
Die zweite Stufe des Banater Amphitheaters ist der massive Teil der eigentlichen Berge des Banats: Semenic, Almaj, Anina, Locvei und Dognecei. Sie sind nicht so hoch - 500 bis 1500 m - aber ausgedehnt und die Wiege der Industrie Rumäniens durch ihren Erzreichtum.
Der Graben des Timis(Timisch)-Cerna-Tals trennt die Berge von den weiter oben beschriebenen Gebirgsstöcken. Sie reichen bis zur Donauklamm. Nördlich davon, doch zur selben Stufe gehörend, liegt das Poiana Rusca Gebirge, das vom Semenic-Gebirge durch das Timis-Tal und vom Tarcu durch das Bistra-Tal getrennt ist. Parallel zur Mures/Marosch/Mieresch/ liegt das Zarandului-Gebirge mit Höhen zwischen 600-800 m.
Nördlich der Zarander Senke schließt das Codru-Moma Gebierge an. Im Osten des Kreises Arad finden wir die Westkarpaten mit dem Bihorer Gebirge und den südlich davon gelegenen Muntii Metaliferi.
Zwischen Resita und Moldova Noua befindet sich das mit seinen 807 Quadratkilometern ausgedehnteste Karstgebiet Rumäniens.
Die kristallinen wie auch die Sedimentgesteine werden durch Eruptivgesteine unterbrochen, wodurch Kontaktmetamorphismus entsteht mit einer Vielzahl einzigartiger Mineralien und vielen Nutzerzen, aber auch Kohlelagern. Die paläogenen Eruptivgesteine des Banater Erzgebirges haben vor allem in Ocna de Fier und Dognecea die vielfältigsten Eisenverbindungen, die man in Ocna de Fier im Museum des Mineraliensammlers Constantin Gruescu bewundern kann. In den Kontaktgegenden des Kalksteins mit dem Eruptivgestein haben sich Skarne mit vielfältigen Blei-, Kupfer- oder Zinkverbindungen, aber auch sonderbare Formen des Schwefels gebildet. Durch Reklistallisation des Kalksteins beim Kontakt mit Eruptivgestein hat sich Marmor gebildet.
Charakteristisch für das Banat sind die Vielfalt der Kristallisationsformen im petrografischen Bereich sowie die großen Durchbrüche der Flüsse, etwa der Donau, der Timis, der Cerna, der Bistra und des Mures.
Das Hügelland
Das Banater Hügelland ist eine Zwischenstufe des Reliefs die klar bestimmbar ist. Zwischen dem östlich gelegenen Bergland und der westlich gelegenen Ebene liegen die 200 bis 500 m hohen Hügel. Sie beginnen im Mures-Tal im Norden und reichen fast bis zum Nera-Tal im Süden. Sie umfassen die Lippaer Berge - Dealurile Lipovei - die Lugoscher (Lugojului), die Poganisului-, die Dognecea- und die Hügel bei Oravita.
Die Banater Hügel - die deutschen Bewohner des Banats nennen sie “Hecke”, um sie von der Ebene, der “Heide”, zu unterscheiden - bilden ein Ensemble von Höhenzügen, die meist leicht in Richtung Ebene geneigt sind. Meist verlieren sie sich unbemerkt in der Ebene. Den Bergen zu sind sie klar getrennt durch die Struktur der Gesteine und Mineralien - meist brüchiger Natur - und durch die tektonische Bildung. Kleine Kontaktsenken gibt es zwischen dem Hügelland und dem Bergland, die Täler öffnen sich meist brüsk der Ebene zu.
Die Flüsse bilden Mäander, die manchmal wahre Golfe in das weiche Gestein der Hügel fräsen. An Böden sind die Braunen und Podsol-Böden vorherrschend. Breite Alluvionsebenen zeichnen sich in den Flußtälern ab. Zerreichen, Steineichen, weite Hügelweiden und Landwirtschaftsflächen wechseln sich ab.
Die Ebene, Heide.
Die größte Fläche - etwa die Hälfte des ganzen Banats - nehmen die Ebenen ein. Sie liegen weniger als 200 m über dem Meer und sind auffalend durch die extreme Weite und Flachheit. Unterteilt werden können sie in die Mures-Ebene im Norden, die Timis-Ebene in der Mitte und die Caras-Ebene im Süden.
Östlich geht die piemontane Form der Hügel unbemerkt in die Ebene über. Diese ist hier 140 bis 200 Meter hoch . Im zentral-westlichen Teil, an der ungarischen und serbischen Grenze, ist die Ebene extrem flach und nur 100 bis 130 m ü.M. Dieser Teil der Ebene war in seiner geologischen Entwicklung ununterbrochen Versumpfungen und Stauprozessen unterworfen.
Die Gewässer fließen hier langsam und faul, das Grundwasser liegt meist nahe der Oberfläche, ohne besonderen hydrostatischen Druck. In großer Tiefe gibt es hingegen große Wassermassen unter starkem hydrostatischen Druck und mit Thermalwerten.
Der graue, der schokoladenfarbene und der braune Tschernosjom sind die dominanten Böden. In den tiefer gelegenen Teilen der Ebene überwiegt der Auentschernosjom.
Der hohe landwirtschaftliche Wert der Böden der banater Ebene, die Bodenschätze - Petroleum, Erdgas, Lignit, Thermalwasser haben eine starke und intensive Wirtschaft gefördert.
Noch ein Blick aus der Höh’
Von oben gesehen scheint das Banat ein zerstückeltes, in “Länder” geteiltes Gebiet zu sein. Isolierte Regionen, kleine, in sich geschlossene Welten, geografisch aber auch menschlich, scheinen jeden Dialog zu bremsen. Die geologische und die morphologische Geschichte des Banats zeigt aber eine Einheit der Entwicklung und der Gegenwart, vielfältige Verwandtschaften und Beziehungen, eine Einheit, die ihre Eigenart bewahrt hat.
In Rumänien wird nach wie vor der urzeitliche Herdentrieb praktiziert. Im April-Mai , in der Regel nach Ostern und nachdem die Lämmer abgespänt sind , ziehen die Schafherden auf die Gebirgsweiden. Im Oktober beginnt der Rückzug in die Ebenen, wo die genügsamen Schafe in milden Wintern die ganze Zeit im freien und auf der Weide - Soppelfelder usw. - zubringen.
Schafzucht wird in Rumänien sowohl für Fleisch und Milch als auch für Wolle betrieben. Allerdings ist die Wolle einheimischer Schafrassen rauh und eher zum Teppischknüpfen verwendet. Haupteinnahmequelle der Schafzüchter bleiben die Schlachtschafe - Lamm- und Schaffleisch ist begehrt und gehört zu den Nationalgerichten, ebenso wie das Schweinefleisch - , vor allem aber der Schafkäse.
Eines der größten Feste der Schafzüchter ist das “Milchmessen”. Es wird sowohl von den Rumänen, als auch von andersnationalen Schafzüchtern - im Banat sind vor allem die Kroaten-Kraschowänen berühmte Schafzüchter - gefeiert, hat aber einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund. Nachdem die Lämmer angespänt sind und die Herden ein-zwei Wochen auf dem Hochweiden geweidet haben, kommen die Besitzer, gewöhnlich mit Freunden und einem Pfarrer, und lassen sich von den “Knechten”, die eigentlichen Schäfer, die den ganzen Sommer und Winter mit den Herden verbringen, die Schafe “vormelken” und einen frischen Käse brauen. Je nach Ausgiebigkeit der Milch - die frische Milch wird über dem offenen Feuer in Kupferkesseln mit Zutat eines Suds aus dem gekochten Magen von Lämmern erhitzt, koaguliert und der Käse wird in Säckchen aus weißem Leinen herausgefiltert und in die Somme gehängt zum Gären und Garen - bestimmt man dann die Käsemenge, die im Herbst, aber nach Vereinbarung auch jahresüber, dem Herdenbesitzer abgeliefert wird, aber auch, was dem “Knecht” zusteht . Ein solcher Käselaib ist fünf bis sechs Kilo schwer - kann aber auch kleiner sein - und wird nach dem Gären/Garen in der Sonne in Scheiben oder Würfel zerschnitten und in Salzlake konserviert.
Frischer Schafkäse heißt “cas”(lies:Kasch), gesalzener heißt Branza (lies: Brindsa). Die Salzlake wird präpariert, indem warmem Wasser soviel Salz zugegeben wird, bis ein frisches rohes Ei darauf schwimmt.
Die Molken, die nach der Käsebereitung übrigbleiben, werden noch einmal im Kessel aufgekocht und ergeben die “urda”, einen Süßkäse, der zum Maisbrei genossen wird oder für Hefekuchen.
Eine Schafherde umfaßt zwischen hundert und zweihundert Schafe, reiche Herdenbesitzer haben bis zu zehn und mehr Herden aus Weide. Die Knechte, die auf einer Hochweide weilen, sind vom Ältesten, dem “baci” (lies “Batsch) angeführt, der auch der Chef der Käsebreitung ist und der auch Recht spricht. Wichtigster helfer der Hirten ist der Schäferhund, wobei sie meist gutabgerichtete kleinrassige Hunde neben großen und starken Schäferhunden (“urs”=Bär nennen sie die Schäfer gern) halten.
Achtung: beim Annähern an eine Schafherde kommt es vor, daß die Schäferhunde anzugreifen versuchen. Flucht hilft nicht! Hinsetzen und ruhig bleiben aber auf alle Fälle. Keine Angst oder Panikreaktion zeigen! Das reizt zum Angriff. Und weil Schäferhunde auch meist hungrig sind, tun schon Brotstücke, die man ihnen zuwirft, Wunder. Meist aber lassen sie von Fremden erst ab, wenn der Schäfer sie zur Ordnung ruft. Wanderstäbe oder Stöcke sollten bei Hochgebirgswanderungen immer dabei sein.