Der Rennkuckuck

Rennkuckuck - Die Rumänien-Seiten

Kopfzeile Druck

Events - Osterreise 2009

Orthodoxes Ostern - eine Begegnung mit der Ostkirche

Österliches Brauchtum in Nordrumänien und die Moldauklöster
Bildungs- und Begegnungsreise 2009 (Orthodoxes Osterfest 19.4.)

"Was für Transsilvanien die Kirchenburgen, sind für die Moldau die in der Welt einmaligen bemalten Klosterkirchen. Die im 15./16. Jahrhundert errichteten Bauwerke stehen in engem Zusammenhang mit Stephan dem Großen. Wegen ihrer hohen künstlerischen Qualität sowie ihrer Einzigartigkeit wurden die Klosterkirchen von der UNESCO in das Verzeichnis einmaliger Bauwerke aufgenommen."
(Ronny Müller, Reisehandbuch Rumänien)

Dorfbewohner bringen am Ostermorgen Körbe zur Kirche mit Osterbrot, Ostereiern und Fleisch zum Einsegnen

Die Reise führt den Besucher in zwei abgelegene Landstriche - die Moldau und die Maramuresch, wo westliche und östliche Kultur verschmelzen. Orthodoxe, Katholiken und andere Religionsgemeinschaften leben hier friedlich miteinander. Im Grenzland zur Ukraine geht es selbst für rumänische Verhältnisse noch sehr ursprünglich zu. Ochsengespanne und Pferdefuhrwerke gehören selbstverständlich zum Straßenbild. Die Menschen leben noch im Einklang mit der Natur und ihr Brauchtum ist im Alltag lebendig. Neben den Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten erhalten die Besucher der Maramuresch bei dem gastfreundlichen Bergvolk einen Einblick, wie nach alter Tradition das orthodoxe Osterfest, das höchste Fest des Jahres, gefeiert wird. Vom Standort Barsana im Iza-Tal aus werden das neue Kloster des Ortes, welches nach alten Plänen wieder errichtet wurde und das nahe gelegne alte Kloster in Moisei, Zielort vieler Pilger, besucht. In der Moldau  besticht das Kloster Moldovita aus dem Jahre 1532 durch seinen alles beherrschenden blauen Farbton und im Kloster von Sucevita überraschen auch die Abbildungen vieler Persönlichkeiten der Antike. Das an Gräbern auch geschmunzelt werden darf, zeigt der "Fröhliche Friedhof" in Sapanta mit seinen Holzgrabkreuzen, die über Ruhm und Laster Verstorbener berichten. Zeugnisse alter Volkskunst geben die Holzkirchen aus dunklem Tannenholz im Iza-Tal. Beim Backen von Osterbrot können sich die Teilnehmer von der Gastfreundschaft selbst überzeugen. Viele Gegenstände aus dem Bauernhaushalt wird man auch im Volkskundemuseum in Sighetu Maramtiei wiederentdecken. Erinnert werden muss aber auch an die Opfer der Diktatur Ceaucescus. Das ehemalige Gefängnis für politische Häftlinge, in der auch viele Geistliche umkamen, erinnert heute als Gedenkstätte an die Leiden der Menschen, die sich dem kommunistischen System widersetzten.

Reiseverlauf
Termine nach Absprache, geplant sind ca. 10-12 Tage
Unterkunft in einer Pension im traditionellen Stil der Maramuresch in Barsana
Maximale Teilnehmerzahl 8

Leitung
Christa Schudeja, Dipl.-Rel.-Pädagogin

Kosten
Ca. 580 Euro für HP, Reiseleitung, Führung und Eintrittsgelder, zuzüglich Fahrtkostenumlage für Minibus/ PKW

Reisebeschreibung

Osterfest in der Maramuresch

Das Geheimnis um den Ursprung der Fassadenmalerei der Moldauklöster ist noch nicht gelüftet. Jedes ist in seiner Art einzigartig. So plötzlich, wie diese Kunst um 1530 auftauchte, so plötzlich verschwand sie rund 70 Jahre später wieder. Touristen bestaunen die Malerein im "moldauischen Stil", aber die Symbolik ist nur schwer zu entschlüsseln und der Sinn der Gesänge und Rituale der Orthodoxie beleibt den meisten Besuchern verborgen.

Bei dieser Bildungsreise wird jedoch mehr als nur besichtigt. Sie erhalten einen Einblick in das Glaubensverständnis und das religiöse Leben, erfahren etwas über die Symbolik der Kirchengebäude und Ikonen. So wird den Teilnehmern nicht nur Wissen vermittelt, sondern ganz lebendig Ökumene gelebt. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende wollen wir entdecken und voneinander lernen. Die Unterschiede finden ihre Ursache in geschichtlichen, politischen, kulturellen und geographischen Gründen.

Moldauklöster

Moldovita

"In diesem Kloster ins Blau der alles beherrschende Farbton. Die gesamte Anlage ist bedeutend größer als vergleichbare Komplexe. Erbaut wurde sie im Jahre 1532, bemalt im Jahre 1537. Ein wichtiges Thema ist auch hier das jüngste Gericht. Überdies ist in der Klosterkirche von Moldovita die Belagerung Konstantinopels zu sehen."
(Reisehandbuch, Ronny Müller)

Sucevita

"Dieses Kloster ist in einer herrlichen Landschaft gelegen. Die eigentliche Kirche wird durch hohe Mauern mit wuchtigen Türmen und Wehrgängen geschützt. Zahlreiche Legenden werden vom Bau des Objektes erzählt. Die Wände sind übersät mit Hunderten von Fresken. Wichtige Themen sind in der Nordfront die "Himmelsleiter", so wie an der Südseite der "Lebensbaum". Dort sind zahlreiche Persönlichkeiten der Antike abgebildet, so z.B. Plato, Pythagoras und Aristoteles. "Lobgesang" und "Schleierung" sind weitere Bildkompositionen von Sucevita."
(Reisehandbuch, Ronny Müller)

Das Osterfest in der Maramuresch

"Paste", das Osterfest, markiert für die Landbevölkerung den Frühlingsbeginn; es ist wohl die wichtigste Feier des Jahres. In der Fastenzeit darf weder getanzt noch sich anderweitig vergnügt werden. Der Auftakt zur Osterfeier bildet eine Messe, die der Erinnerung an die Verstorbenen gewidmet ist. Der noch wichtigere Kirchgang, das heidnisch anmutende Weihritual, wird in ganz Rumänien um Mitternacht zwischen Samstag und Ostersonntag zelebriert: Jede Familie deponiert vor der Kirche eine mit Brot und anderen Lebensmitteln gefüllte Tasche, entzündet eine draufgestellte Kerze. Der Pope segnet mit einem nassen Zweiglein sowohl die mitgebrachten Esswaren, als auch sämtliche Anwesenden."
(Die rumänischen Waldkarpaten, Schneeberger/Lange)

Osterbrot Osterfest in der Maramuresch Osterspaziergung im Iza-Tal Frauen in Tracht aus Sacel, Iza-Tal

Kloster Barsana

"Seit der Wende entstehen einige neue Holzkirchen im klassischen Maramurescher Stil, von denen diejenigen des neu gegründeten Klosters in Barsana besonders Beachtung verdient. Das "Manastir" (rumänisch für Kloster) liegt am südlichen Ende der lang gestreckten Ortschaft malerisch auf einer Erhebung am Berghang. An dieser Stelle stand schon viele Jahrhunderte früher ein orthodoxes Kloster, erstmals schriftlich erwähnt in einem Dokument aus dem Jahre 1390. 1786, in der Periode der massiven "Katholisierung" von Österreich-Ungarn, musste das "Manastir Barsana" - wie die meisten Klöster der Maramuresch - geschleift werden. Die nach 1989 entstandene Anlage besticht bis ins kleinste Detail durch ihre traditionelle Ästhetik: den Eingang bildet selbstverständlich ein wunderschönes, meisterhaft geschnitztes Maramuresch-Tor, das ausgedehnte Gelände ist vollständig von einem kunstvoll ausgeführten Holzzaum umgeben. Selbst die Wirtschaftsgebäude und das mehrstöckige Wohnhaus der Nonnen sind ganz aus Holz und mit Schindeln gedeckt, die Wege liebevoll mit flachen Natursteinen gepflastert."
(Die rumänischen Waldkarpaten, Schneeberger/Lange)

Kloster Moisei

Das Kloster hat als einziges von zahlreichen Klöstern der Maramuresch die Epoche der magyarischen Herrschaft überstanden. An ein Massaker von 1944, bei dem über 200 Häuser in Flammen aufgingen und Dorfbewohner als vermeintliche Partisanen exekutiert worden, erinnert heute ein Skulpturenensemble des Künstlers Vida Geza.

Kloster Sapanta

Hier entsteht gerade ein neues Kloster an alter Stelle. Interessant ist es, den Handwerkern bei der Arbeit zuzuschauen, denn sie vermittelt einen Eindruck in alte Handwerkstechniken.

Fröhlichen Friedhofes in Sapanta

"Fast jedes Grab ist mit einem geschnitzten buntbemalten Holzkreuz versehen, das in naiven Bildern und kleinen Versen Szenen aus dem leben der Verstorbenen wiedergibt - der Bauer auf dem Feld, die Mutter mit ihren Kindern; manche werden auch auf zweiteiligen Bildern in ihrem irdischen Leben und in dem Himmlischen als Engel porträtiert. Genauso werden die kleinen Missetaten und Laster der verblichenen gezeigt: der kleine Dieb, die Ehebrecherin, der Säufer, der sich zu Tode säuft. Der Friedhof ist einzigartig in Rumänien, er ist das Werk des Ion Patras, dessen Werkstatt in der Nähe zu besichtigen ist. Vielleicht versteht man die Idee auch besser, wenn man den alten Brauch in Sapanta kennt, nach dem Leichenschmaus die guten und die bösen Taten des Verstorbenen auszurufen."
(Reiseland Rumänien, Aragon-Verlag)

Die Waldeisenbahn ab Viseu de Sus

Seit 1932 verrichtete die letzte dampfbetriebene Waldbahn Europas ihren Dienst. Diese Waldbahn unterscheidet sich total von den Bimmelbahnen, die wir in Westeuropa kennen. Hier wurde der Fahrplan von den anfallenden Holztransporten bestimmt und Touristen wurden die Arbeitswoche über nur mitgenommen. Das Wassertal wurd auf einer 60km langen Strecke durchfahren, das bedeutete Wildnis und Romantik pur! Im Juli 2008 verwüstete ein schweres Unwetter mit Überschwemmungen das Wassertal und die Waldbahn. Die Folgen waren so verheerend, dass der Betrieb eingestellt werden musste. Der Aufbau ist ungewiss.

Besuch der traditionellen Holzkirchen im Iza-Tal

Die Maramuresch ist ein Land des Holzes. Aus Holz entstanden und entstehen Häuser, Kirchen, Gedenkstätten und Tore, die mit Symbolen verziert sind. Die älteste Holzkirche steht in Ieud . Die älteste "Holzkirche vom Berg" wurde 1364 errichtet und ihre Malerei stammt aus dem 15.-16. Jahrhundert. Die Turmtreppe im Inneren besteht aus einem einzigen Balken, der wellenförmig eingekerbt wurde. Auf dem Dach wurde das älteste Manuskript in rumänischer Sprache entdeckt.

Volkskundemuseum in Sighetu Maramtiei

"Bewahrt die Bräuche der Vorfahren, behaltet sie ständig in Erinnerung. Ich meine, das sollt ihr nie vergessen." So äußerte sich Nicolas Ceasescu im Oktober 1974 bei seinem Besuch der Maramuresch. Danach ließ er ganze Dörfer platt machen oder mit Betonklötzen verunstalten. Doch von seiner Säuberungsaktion blieben die kleinsten Dörfer im Iza- und Mara-tal verschont. Das Volkskundemuseum zeigt eine Vielzahl von Handwerksarbeiten, die aber auch noch in manchen Bauerngehöften auf dem Lande zu finden sind. Selbst alte Techniken, wie das Färben von Wolle mit Naturfarben, werden noch praktiziert. Im nahe gelegenen Freilichtmuseum sind historische Holzhäuser aus dem gesamten Gebiet zu bewundern.

Gedenkstätte der Opfer der Diktatur Ceaucescus

"Hier in Sighetu Marmatiei hat das Reich der Habsburger düstere Spuren in Gestalt eines Gefängnisses hinterlassen. Das kalte Bauwerk, das Kaiserin Maria Theresia für ihre siebenbürgischen Untertanen hatte errichten lassen, wurde auch von den Kommunisten als eine der schlimmsten Haftanstalten für politisch Gefangene genutzt. Jetzt ist dieser Ort eine Gedenkstätte."
(Marco Polo Reiseführer Rumänien)

Das Gedenkhaus Elie Wiesel erinnert an den 1928 in Sighet geborenen und 1944 ins Konzentrationslager deportierten jüdischen Schriftsteller, der im Jahre 1986 für sein Werk den Friedensnobelpreis verliehen bekam.

Anmerkung:

Seit 2002 bereise ich regelmäßig die Maramuresch und habe dort gute Kontakte aufgebaut, vor allem mit der Landbevölkerung, dem Ensemble in Vadu Izei und dem Direktor der Museen der Maramuresch. Mein Anliegen ist es, die einzigartige Region kennen zu lernen und dem Vorurteil über das arme und unsichere Rumänien etwas entgegen zu setzen.

Christa Schudeja, Kontakt: blickwechsel@web.de


Dynamische Webseiten mit PHP, mySQL und CSS für Ihren Internet-Auftritt

all-inkl.com webhosting

Surfen ohne Knebelvertrag: manitu: DSL-Flat mit eigener IP-Adresse und ohne Mindestvertragslaufzeit!

Ende: 0,099 Sekunden
Total: 0,099 Sekunden
CCBot/1.0 (+http://www.commoncrawl.org/bot.html)